Thailam, manchmal auch Tailam geschrieben, bedeutet in der Ayurveda Öl. Es bezeichnet Öle, die durch einen speziellen traditionellen Prozess hergestellt werden, bei dem Kräuter in ein Basisöl, meist Sesamöl, eingelegt werden.
Die Herstellung von Thailam folgt Methoden, die in klassischen ayurvedischen Texten beschrieben sind. Zuerst werden die Kräuter in Wasser gekocht, um einen Sud herzustellen. Separat werden frische Kräuter zu einer Paste zermahlen. Diese werden dann mit dem Basisöl vermischt und langsam bei niedriger Hitze zusammen gekocht. Der Prozess dauert so lange, bis das gesamte Wasser verdampft ist und nur das Öl mit den Wirkstoffen der Kräuter zurückbleibt.
Das braucht Zeit, oft mehrere Tage bei komplexen Formeln. Das Ergebnis unterscheidet sich deutlich davon, einfach Kräuter ins Öl zu geben oder ein fertiges Kräuteröl zu kaufen. Ein richtig hergestelltes Thailam enthält die extrahierte Essenz seiner Zutaten in einer Form, die die Haut aufnehmen kann.
Verschiedene Thailams dienen unterschiedlichen Zwecken. Kumkumadi Thailam wird im Gesicht zur Hautpflege verwendet. Dhanwantharam Thailam wird für Ganzkörpermassagen genutzt. Neelibhringadi Thailam wird auf Kopfhaut und Haare aufgetragen. Mahanarayan Thailam konzentriert sich auf Gelenke und Muskeln. Jede Formel enthält eine spezifische Kombination von Kräutern, die für traditionelle Zwecke ausgewählt wurden.
Wenn Sie in einem Produktnamen „Thailam“ sehen, handelt es sich um etwas, das durch diesen traditionellen Prozess hergestellt wurde, nicht um ein einfaches Kräuteröl. Diese Unterscheidung ist wichtig, da die Herstellungsweise bestimmt, was im Endprodukt enthalten ist.
Authentische Thailams haben eine charakteristische reichhaltige Textur und einen kräuterigen Duft. Sie sind dicker als reines Sesamöl und werden von der Haut besser aufgenommen. Diese Eigenschaften resultieren aus der traditionellen Herstellung, weshalb richtig hergestellte Thailams in der Ayurveda-Praxis geschätzt werden.